George Augustin
Das Bekenntnis zur Gottheit Jesu Christi und seine bleibende Bedeutung
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Dies ist die alles entscheidende Frage des christlichen Glaubens. Mit Simon Petrus bekennen wir: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,13–16).
Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Sohn des lebendigen Gottes erhält durch das Bekenntnis des Apostels Thomas „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,28) besondere Intensität und neue Dimension. Dieser biblische Glaube an Jesus von Nazareth wurde nach eingehender geistiger Auseinandersetzung in der Bekenntnisformel des Konzils von Nicäa (325) festgehalten. Dies war notwendig, um die Anerkennung der Göttlichkeit Jesu Christi zu gewährleisten und seine Anbetung als Gott zu fördern.
Im Konzil von Nicäa verteidigte die Kirche die biblische Überzeugung gegen zeitgenössische Missverständnisse und legte das bleibende Fundament für das christliche Bekenntnis zu Jesus Christus, „den Sohn Gottes, als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt, das heißt aus dem Wesen des Vaters, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater, durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf der Erde ist“[1]. Dieses Glaubensbekenntnis ist nicht nur historisches Zeugnis, sondern auch eine bleibende Vergewisserung – besonders in unserer Zeit, in der die Göttlichkeit Jesu Christi oft in Frage gestellt wird. In diesem Credo bringen wir unseren Glauben zum Ausdruck, wie der dreifaltige Gott sich im Leben und Werk Jesu Christi offenbart hat. Es ist existenziell und betrifft jeden Christen unmittelbar.
Das Konzil von Chalcedon (451) vertieft das Geheimnis der Person Jesu Christi mit seiner Grundaussage, dass Jesus Christus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist, in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unzerteilt.[2] Diese Lehre bietet ein universales Schlüsselwort, das das Mysterium des Gottessohnes maßgeblich prägt, freilich in dem Bewusstsein, dass Jesus Christus als Sohn Gottes in seinem inneren Wesen für die menschliche Vernunft letztlich unbegreiflich bleibt. Dennoch liefert die Aussage, Jesus sei eine Person mit zwei Naturen, wichtige Orientierung für die Interpretation und das Verständnis der Dynamik seines Lebens und Heilswerkes.[3] Nachdem also zunächst in Nicäa das Verhältnis Jesu zu Gott, seinem Vater, geklärt wurde, bestimmte das Konzil von Chalcedon das Verhältnis seiner Göttlichkeit zu seinem Menschsein und damit seine erlösende Beziehung zur Menschheit. Aufbauend auf dieses Bekenntnis gilt es, sich auch in unserer Zeit dem Person-Geheimnis Jesu Christi glaubend anzunähern und erklärend darzustellen.
1. Jesus Christus als die alles bestimmende Mitte
Jesus Christus ist die alles bestimmende Mitte des christlichen Glaubens, weil sich in ihm die Wirklichkeit Gottes offenbart. Die Einladung zur persönlichen Begegnung mit ihm bleibt der Ausgangspunkt christlicher Existenz. Diese Perspektive zu bewahren und neu zu erschließen, ist die Aufgabe heutiger Theologie und Verkündigung.
Damit kommen wir zurück zur grundlegenden Frage nach der Identität Jesu Christi. Wenn wir die Frage Jesu nach seiner Identität mit Simon Petrus beantworten: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,13–16), erscheint dies in unserer Zeit auch für viele praktizierende Christen fraglich oder unverständlich. Deshalb gilt es, sich neu mit dem biblisch fundierten Geheimnis der Person Jesu Christi auseinanderzusetzen: Ist Jesus von Nazareth wirklich der Sohn Gottes? Oder bedeutet er das nur für uns Christen, weil wir ihn so bekennen? Können oder müssen wir ihn als Sohn Gottes bekennen angesichts der Pluralität der Religionen in der Welt? Ist Jesus Christus in Wirklichkeit der eine und einzige Sohn Gottes oder ist er nur ein von Gott inspirierter Mensch oder ein ethisches Vorbild?
Diese Fragen verdeutlichen die Notwendigkeit einer geistig-geistlichen Auseinandersetzung und Vergewisserung, wer Jesus Christus wirklich ist.
Ein zentrales Problem unserer Zeit ist, dass selbst wir Christen Jesus nicht mehr wirklich kennen – oder haben wir ihn vielleicht sogar bewusst vergessen? Gibt es eine weitverbreitete Art ,geistlichen Alzheimers‘, wie es Papst Franziskus einmal treffend formuliert hat? Wie können wir einer latenten arianischen Häresie, die in Jesus nur einen Menschen sehen will, vernünftig entgegenwirken? Wie gelingt es uns, als einzelne Gläubige und als Kirche insgesamt, der wahren Identität Jesu Christi einsichtig zu werden? Wie gelangen wir zur Erkenntnis Christi, damit wir ihm begegnen und sein Evangelium verkünden können?
Das christliche Bekenntnis zu Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch war für die Heilige Schrift sowie für die frühe kirchliche Tradition und die altkirchlichen Konzilien keine rein theoretische Frage, sondern grundlegend für das gelebte Christsein. „Wenn die Kirchenväter die wahre Gottheit Jesu gegen die häretischen Bestreitungen verteidigen, dann vor allem mit dem Argument: Wäre Jesus Christus nicht wahrer Gott, dann hätte er uns nicht erlöst, denn der neue Anfang, die Vergebung der Sünden, und erst recht die Erlösung vom Tod, ist nur Gott, dem Herrn über Leben und Tod, möglich. Wäre also Jesus nur ein Mensch, wenngleich ein gerechter, vollkommener, ganz auf Gott hin offener Mensch, dann könnte er uns nur Menschliches geben, Menschliches mit all seiner Begrenztheit und Vorläufigkeit. Dann hätte er uns in unserer eigentlichen Not, der Not der Sünde und des Todes, nicht erlösen können. Deshalb bekennen wir Jesus Christus als Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater.“[4]
2. Das trinitarische Gottesverständnis
Der christliche Glaube entspringt nicht einer Idee, einer Lehre oder einem Prinzip, sondern ist auf die Person Jesu Christi und die Beziehung zu ihm ausgerichtet. Der christliche Glaube an Gott ist entscheidend von der Person und dem Werk Jesu Christi bestimmt.[5] Das Herzstück unseres Glaubens ist Jesus Christus und die Gewissheit, dass er das Heil aller Menschen ist. „Deshalb ist das Bekenntnis zu Jesus Christus als dem Sohn Gottes eine Kurzformel, die das Wesentliche und das Spezifische des gesamten christlichen Glaubens zum Ausdruck bringt. Mit dem Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes steht und fällt der christliche Glaube.“[6]
Das Bekenntnis zum einen trinitarischen Gott ist nur im Zusammenhang mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus als Sohn Gottes zu verstehen. Aus diesem Grund sind der Glaube an die Göttlichkeit Jesu Christi und das christliche, trinitarische Gottesverständnis eng miteinander verbunden. Als menschgewordene göttliche Person der Trinität ist Jesus Christus das Heil in Person. Gott kann uns in seiner Person Heil schenken, weil er selbst Gott ist. Der trinitarische Gottesbegriff des christlichen Glaubens steht und fällt mit dem Bekenntnis zur Gottheit Christi.
Damit kommen wir erneut zur Zentralität der Frage nach der Identität Jesu Christi.
Wer ist Jesus Christus? Eine Umfrage unter Christen würde heute wahrscheinlich zu vielfältigen Antworten führen. Ähnlich wie in Cäsarea Philippi, als Jesus fragte, für wen die Menschen ihn hielten, könnten einige sagen: Er war ein guter Mensch, ein von Gott inspirierter Mensch, ein unerkanntes religiöses Genie oder ein Prophet, vielleicht sogar ein Sozialrevolutionär. Die biblische Darstellung zeigt Jesus als den eingeborenen Sohn aus der Jungfrau Maria, als Verkünder des Reiches Gottes, der am Kreuz gestorben, von den Toten auferstanden, in den Himmel aufgefahren ist und wiederkommen wird. Für viele mag dies wie ein Mythos aus längst vergangener Zeit erscheinen. Doch für die Gläubigen ist diese Einsicht gelebte Wirklichkeit und geistliche Notwendigkeit. Nur wenn Jesus wirklich Gott ist, kann er auch heute in unserer Mitte gegenwärtig sein – in seinem Wort, in den Sakramenten und besonders in der Eucharistie, in der Kirche. Die gegenwärtige Krise des Glaubens und der Kirchen ist in ihrem Kern eine Krise des Christusglaubens – und damit auch eine tiefgreifende Auseinandersetzung des Menschen mit Gott. Diese Herausforderungen manifestieren sich in der Schwierigkeit, an die Göttlichkeit Jesu Christi zu glauben. Die Frage bleibt: Wie kann Gott in einem Menschen sichtbar und hörbar werden? Letztlich stellt sich die grundlegende Frage, warum es dem Menschen an der Offenheit fehlt, die göttliche Offenbarung wahrzunehmen.
3. Offenbarung Gottes in Jesus Christus
Nach dem Zeugnis der Schrift ist der Glaube an Jesus Christus mit seinem universalen Heilsanspruch „für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1 Kor 1,23–24). Also bekennt die Kirche mit den Gläubigen aller Zeiten Jesus Christus als den Sohn Gottes, nicht nur als religiöse Gründungsfigur der Kirche, sondern als Retter und Erlöser aller Menschen. Wir bekennen ihn als den, den uns Gott geoffenbart hat. Er ist der Mittler und Erlöser der Welt.
Der Höhepunkt der biblischen Heilsgeschichte, die Menschwerdung Gottes in dem „Menschen Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat“ (1 Tim 2,5), ereignete sich in einer religiös und kulturell pluralistischen Umwelt. In der Auseinandersetzung mit der damaligen Zeit war es die Aufgabe der jungen Christenheit, dieses Geschehen als Heilsangebot Gottes für alle Menschen in diese pluralistische Welt hineinzutragen. Das Konzil von Nicäa hat diese Menschwerdung Gottes in Jesus Christus als zentrales Heilsgeschehen bestätigt und damit die Grundlage geschaffen, Christus als universalen Heilsbringer zu bekennen und das Heil in Christus allen Menschen anzubieten.
Die Heilige Schrift thematisiert keine abstrakte göttliche Wirklichkeit, sondern beschreibt die Geschichte des lebendigen Gottes mit den Menschen, der sich durch sein Handeln in der Geschichte offenbart. Der Kolosserbrief (vgl. Kol 1,15–20) und der Epheserbrief (vgl. Eph 1,3–23) stellen die großartige, Schöpfungs-und Heilsgeschichte verbindende biblische Vision der Erlösung als Loblied auf den einen Heilsplan Gottes für alle Menschen dar. In ihrer Einheit und Gesamtheit ist die Bibel Zeugnis eines geschichtlichen Prozesses. Dieser zielt darauf ab, dass die Heilserkenntnis des wahren Gottes aller Menschen durch die christliche Verkündigung die Grenzen zur nichtjüdischen Welt überschreitet. Damit ist das Heil in Jesus Christus in seine universale Dimension allen Menschen guten Willens zugänglich gemacht worden.
„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Der eine und einzige Gott JHWH ist der Gott und Vater Jesu Christi und durch die Vermittlung Jesu Christi ist er als Gott und Vater aller Menschen erkannt worden. Das Heil ist grundsätzlich allen Menschen angeboten. Wer den Glauben annimmt, hat an dem durch Jesus Christus erwirkten Heil schon Anteil (vgl. Röm 3,25–26). Das Neue Testament bezeugt den Beginn einer Entwicklung, in der Menschen verschiedener Kulturen den Gott Jesu Christi als ihren eigenen Gott annehmen und über ihn Auskunft geben können.
Die in der Bibel gereifte Vorstellung von einem alle Völker umfassenden Heilsplan Gottes entspricht dem Glauben an den universalen Heilswillen Gottes für alle Menschen. Die biblische Aussage über die Wahrheit und das Heil in Jesus Christus dürfen jedoch nicht dahingehend eingeengt werden, als ob die Sozialgestalt des Christentums selbst schon die volle Wahrheit des Heilsgeheimnisses erfasst hätte und damit die volle Verwirklichung des Heilsplans Gottes wäre. Unsere Wahrnehmung und unsere Verwirklichung des Christusbekenntnisses sind vorläufig. Die objektive Erlösung und das Heil Jesu Christi bleiben unter dem eschatologischen Vorbehalt im Zeichen von schon und noch nicht. Dennoch nimmt diese geschichtliche Vorläufigkeit dem universalen Heilsplan Gottes nichts von seiner unbedingten Geltung und Kraft.
4. Einmaligkeit und Universalität Jesu Christi
Die universale und integrierende Kraft des christlichen Glaubens wird schon deutlich in der Areopag-Rede des Apostels Paulus in der Apostelgeschichte: „Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch“ (Apg 17,23).
Der christliche Glaube geht davon aus, dass wir den gefunden haben, den alle Menschen suchen, den Gott des Lebens und des Heiles. Dies ist Gabe und Aufgabe zugleich. Jesus Christus ist ein Geschenk, das wir weitergeben müssen. Darin liegt die Begründung für die Mission der Kirche zu allen Zeiten.[7]
Nicht nur an die Jünger in Cäsarea-Philippi richtet sich die Frage Jesu, sondern auch an uns persönlich: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16,15). Jesus will nicht wissen, was die anderen über ihn sagen, sondern er will eine persönliche Antwort von jedem von uns. Sind wir bereit, ihn mit Simon Petrus als Sohn des lebendigen Gottes zu bekennen? Unsere Antwort kann nichts anderes sein als das Bekenntnis der Kirche in ihrer lebendigen Tradition. Jesus Christus ist Retter und Erlöser, nicht nur der Christen, sondern aller Menschen. Hier gilt es, die Tragweite dieses Bekenntnisses für das Kirchesein heute und für unser persönliches Leben neu zu entdecken, zu bedenken und zu bezeugen.
Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Erlöser und Retter aller Menschen lebt aus dem Glauben, dass er der „Sohn Gottes“, „einer aus der Trinität“ ist. Damit wird die Gottessohnschaft Jesu Christi der Dreh- und Angelpunkt seines Persongeheimnisses. Diese Gottessohnschaft, die in seiner Menschwerdung sichtbar und erfahrbar geworden ist, bestimmt seine Einmaligkeit und Universalität: Die Einmaligkeit und Einzigartigkeit Jesu Christi wird in dem Maße einsichtig, indem es gelingt, in der menschlichen Wirklichkeit Jesu die Umrisse seiner göttlichen Sohnschaft zu entdecken. [8] Dieses Sohnesverständnis Jesu, wie es in seiner ganzen Lebensgeschichte, in seinem vorösterlichen Lebensweg, in seinem Kreuzestod und in seiner Auferstehung zum Vorschein gekommen ist, ist die Grundlage zum Verständnis seiner eigenen Identität.
Der Glaube an die Einmaligkeit der Person Jesu Christi und die daraus folgende Begründung seiner universalen Bedeutung ist vielen Christen nicht mehr einsichtig und keine lebens- und glaubensprägende Wirklichkeit mehr. Viele Christen meinen heute, die Rede von der Einzigartigkeit und Endgültigkeit Jesu Christi sei ein Mythos und Jesus müsse dementsprechend neu und anders interpretiert werden. Wir müssten von der Behauptung der Einzigartigkeit und Endgültigkeit Jesu Christi abrücken. Tatsächlich kann die Einmaligkeit Jesu Christi nicht mehr verstanden werden, wenn wir in Jesus nichts anderes als einen religiös begabten Menschen sehen, wenn wir die Person Jesu von der christlichen Gottesverkündigung trennen.
Die Besonderheit Jesu ist in erster Linie in seinem Verhältnis zu Gott seinem Vater zu finden. Sie ist eben darin begründet, dass er mit Gott eins ist.
Wenn Gott nicht irgendetwas, sondern wirklich sich selbst durch Jesus Christus offenbart hat, dann wird erst durch das Christus-Geschehen bestimmbar, wer oder was Gott ist. Wenn Gott nicht irgendetwas den Menschen verheißt, sondern die Begegnung mit Gott selbst und die Teilhabe an seinem Leben das wirkliche Heil des Menschen darstellt, dann begegnen wir in Jesus Christus nicht irgendeinem Heiler, sondern dem Heil Gottes in Person.[9] Dann gehört Jesus Christus schon zur Definition Gottes und also zu seiner Gottheit, zu seinem Wesen. Wer Gott ist und wie Gott unser Heil wird, ist dann erst von Jesus Christus her denkbar.
In der Geschichte des Menschen Jesus offenbart sich Gott, wie er in seinem ewigen Wesen ist. Jesus Christus ist die Selbstoffenbarung Gottes, weil er selbst Mensch gewordener Gott ist. Das ist der Grund, warum Jesus von Nazareth einmalig und einzigartig ist. Es gilt die Erkenntnis des heiligen Augustinus: Das Christliche am Christen ist Christus selber.
Wer die Einmaligkeit und Einzigartigkeit Jesu Christi mit einem ungerechtfertigten Absolutheitsanspruch des Christentums verwechselt und deshalb wegerklären will, scheint den Blick für das eigentlich Christliche verloren zu haben. Theologische Aussagen über die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, die in den Religionen zur Sprache kommt, können adäquat weder mit wirtschaftlichen noch kulturellen noch politischen, sondern allein mit theologischen Kategorien verstanden und nur geistig, spirituell sowie gnadenhaft erkannt und angenommen werden. In diesem Zusammenhang gilt es natürlich zu unterscheiden zwischen dem eigentlichen Bekenntnis zur Gottheit Jesu Christi und dem, was die Christen daraus im Laufe der Geschichte gemacht haben.
Die Spannung, die in der inneren wechselseitigen Beziehung der Universalität des Heilswillens Gottes und der Einmaligkeit des Heilsereignisses in Jesus Christus grundgelegt ist, kann aus christlicher Sicht nicht aufgelöst werden. Christen können nicht anders, als diese Spannung auszuhalten, bis Gott alles in allem wird in der eschatologischen Vollendung.
Im Geschick Jesu ist die endgültige Bestimmung der Menschen im Voraus Ereignis geworden in einer Weise, die von der kommenden Vollendungsgestalt nicht mehr unterschieden ist. Darin liegt der Grund der christlichen Hoffnung: dass in Auftreten und Geschichte Jesu das Ende der Geschichte, das durch die kommende Gottesherrschaft heraufgeführt werden wird, schon gegenwärtige Wirklichkeit ist. Von Christus her ist die Ganzheit, das Heil, das Wesen allen Geschehens und jedes menschlichen Lebens endgültig entschieden. Nur deshalb spricht der christliche Glaube von der endgültigen Offenbarung Gottes in Jesus Christus.
Gottes Offenbarung in Jesus Christus ist ja Vorgriff auf das Endgeschehen, welches das eigentliche Offenbarungsgeschehen sein wird. Und doch haben wir die begründete Zuversicht: Das Endgeschehen wird nichts entscheidend Neues mehr bringen, was nicht in der Auferweckung Jesu schon vorweggenommen ist. Der christliche Glaube verkündet lediglich den kommenden Gott als den schon gekommenen Gott und betet ihn an. Die christliche Hoffnung richtet sich darauf, dass Gott, der erscheinen und geschaut werden wird, jetzt schon vor den Augen der Menschen Werke tut, die seine Macht, Herrlichkeit und Gnade anzeigen. Weil Jesus Christus der lebendige Gott ist, der in unserer Mitte Heil schaffend und Heil schenkend gegenwärtig sein kann, können wir ihn als unseren Heiland bekennen und in seine Nachfolge treten. Nur in der Begegnung mit ihm können wir die Freude des Evangeliums neu entdecken und uns von ihm in die Welt senden lassen − sogar zu den existenziellen Peripherien des Lebens.
5. Christusbegegnung und christliche Sendung
Die Begegnung mit dem lebendigen Herrn können wir nicht aus eigener Kraft herbeiführen. Sie muss jedem von uns persönlich und der ganzen Kirche geschenkt werden. Aber wir können in unserem Leben das Feld für die Saat bereiten, den Raum dafür öffnen, in dem er uns begegnen kann. Doch es bleiben weiterhin Fragen offen: Wie können wir unsere persönliche Beziehung zu ihm vertiefen? Wie erschließen wir einen gläubigen Zugang zu seiner Person?
In unserem kirchlichen Alltag bezeichnen wir Jesus als Propheten, Lehrer, Bruder und Freund. All diese Worte sind wahr und können einen Zugang zu seiner Person eröffnen. Aber wir sollten der gläubigen Einsicht nicht ausweichen, dass dies alles nur wahr sein kann, weil er Gott ist, der Gott meines Lebens. Ohne diese innere Überzeugung, ohne diese Gewissheit seiner Gottheit im Glauben wird alles, was wir tun, ohne tragendes Fundament sein.
Angenommen, Jesus Christus wäre nichts weiter als ein religiös begabter Mensch gewesen, der vor zweitausend Jahren gelebt hat: Dann könnte ich selbstverständlich an diesen Menschen denken und über die Tragweite seiner religiösen Lehre sprechen, aber er könnte keine mein Leben bestimmende Bedeutung haben; dann wäre die Heilige Schrift ein Zeugnis vergangener menschlicher Weisheit, aber nicht Gottes Wort und Christus könnte nicht durch die Worte des Evangeliums heute zu uns sprechen; dann wären weder die Eucharistie noch die Kirche gegenwärtiger Leib Christi. Wenn Jesus Christus selbst nicht Gott wäre, verlieren die Sakramente, die Gemeinschaft der Kirche und letztlich das Evangelium ihre prägende Kraft. Nur wenn wir glauben, dass in ihm Gott selbst gegenwärtig ist, können wir als Kirche als Leib Christi glaubwürdig leben und wirken. Das Selbstbekenntnis der Kirche als Volk Gottes wäre innerlich leer. Ein Volk ohne Gott ist ein gottloses Volk. Wir könnten die Kirche „Sakrament des Heiles“ oder communio, Gemeinschaft, nennen, aber sie wäre kein wirkliches Werkzeug des Heils und keine Teilhabe an der Gemeinschaft mit Gott selbst. Wir könnten keine Gemeinschaft der Söhne und Töchter Gottes sein, wenn Jesus Christus, der Sohn Gottes, nicht diese communio gestiftet hätte.
Hier wird deutlich, wo das eigentliche Problem der Kirche in unserer Zeit liegt und warum wir in unserer missionarischen Kraft gelähmt sind. Der wesentliche Grund vieler Unsicherheiten und Krisen der Kirche unserer Zeit ist letztendlich hier zu finden, ob wir dies als Gotteskrise, Glaubenskrise oder Kirchenkrise bezeichnen.
Erst wenn wir glauben, dass wir in Jesus Christus Gott selbst gefunden haben, erfahren wir die Notwendigkeit und Kraft, ihn zu den Menschen zu bringen und Menschen zu ihm zu führen. „Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt der Gesalbte (Christus). Und er führte ihn zu Jesus“ (Joh 1,40–42). Andreas fand die Kraft, Simon zu Jesus zu führen, weil er erkannte, wer Jesus Christus wirklich ist. Jeder missionarische Aufbruch ist in dieser Erkenntnis grundgelegt.
Wie können wir als Einzelne und als Gemeinschaft der Kirche die Strahlkraft der Person Jesu Christi und seiner Botschaft neu entdecken? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend für den zukünftigen Weg des christlichen Glaubens und der Kirche. Sie beeinflusst unmittelbar die Verlebendigung unseres Glaubens sowie das Gelingen von Mission und Evangelisierung.
Jesus als den „Sohn Gottes“ zu bekennen, bedeutet zu glauben, dass in ihm die endgültige Wahrheit über Gott, den Menschen und die Welt erschienen ist. Dieses Urbekenntnis des Christentums lässt sich auch heute vernünftig als Hoffnungszeichen für die Menschen erweisen, indem das Leben der Christen und die christliche Theologie glaubwürdig bezeugen, wie im Lichte Jesu Christi das Leben der Menschen und die Wirklichkeit der Welt in neuer, vollerer Weise zum Leuchten kommen. Entscheidend dabei ist, ob wir Christen bereit sind, für das sentire cum ecclesia, „das aber definitionsgemäß eins ist mit dem ,hoc sentire quod et in Christo Jesu‘: Am Fühlen Christi hat das Fühlen der Kirche sein Maß und deshalb auch das Fühlen mit der Kirche.“[10]
In der Weitergabe des christlichen Glaubens geht es nicht in erster Linie um Moral und Werte, sondern darum, Bedingungen zu schaffen, um die Beziehung zum lebendigen Gott zu ermöglichen. Es geht darum, Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, den Menschen zu bringen und seine Gegenwart zu erschließen. Christus gibt alles, und wir empfangen alles von ihm. Christsein ist nichts anderes als die Offenheit für Christus. Das Bekenntnis zu Christus führt uns zur Begegnung mit ihm. In dieser Begegnung erkennen wir, wer er ist und wer er für uns ist. Diese Begegnung löst eine existenzielle Betroffenheit in unserem Herzen aus.
Weil Christus Gott ist, kann er in unserem Herzen wohnen, können wir die Liebe Christi verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. Wir sollen fähig werden, mit allen Heiligen die Größe seiner Liebe zu erfahren (vgl. Eph 3,18–19). Die erkannte und erfahrene Liebe Christi motiviert uns, zu anderen aufzubrechen. „Denn die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14). Sie drängt uns, Menschen zu ermutigen, ihren Lebensweg als Weg mit Christus zu verstehen und auf diesem Lebensweg die Bedeutung Christi immer mehr und immer neu zu entdecken. Seine bleibende Gegenwart erfüllt uns mit tiefer Freude. Seine Zusage, alle Tage unseres Lebens bei uns zu sein, schenkt uns Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit, Kraft in Stunden der Resignation und beflügelt unser Leben, auf Gott hin aufzubrechen.
6. Erneuerung durch Jesus Christus
Um Gott in Jesus Christus zu erfahren, müssen wir bereit sein, die gängige Versuchung zu überwinden, ihn auf eine vergangene Person der Geschichte zu reduzieren. Jesus Christus ist Gott, Immanuel, der Gott mit uns. Erst diese Gewissheit, dass er in unserer Mitte ist und mit uns geht: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20), schenkt uns die Kraft, weiterzugehen.
Es ist an der Zeit, Kirche als Nachfolgegemeinschaft Jesu zu verstehen, in deren Mitte Gott selbst gegenwärtig ist. Die Nachfolge Christi hat das Ziel, Christus ähnlich zu werden, indem wir das Geschenk seiner Gnade annehmen und zur Vereinigung mit Gott selbst kommen. Weil Christus Gott ist, können wir in seiner Nachfolge am Leben Gottes teilhaben. Die existenzielle und tiefe Beziehung zu Christus macht die Nachfolge Christi zu dem, was sie eigentlich ist: zu einem Ineinander von göttlichem Handeln und menschlicher Antwort. Diese Teilhabe am Leben Gottes wird im sakramentalen Leben der Kirche Wirklichkeit. In der gläubigen Nachfolge Christi entdecken wir die wahre Bedeutung Jesu Christi und die Relevanz seiner Person für das Kirchesein.
Der Horizont des christlichen Glaubens ist universalgeschichtlich: Die Einheit Gottes und die Einheit der Menschheit bilden die Grundlage des christlichen Glaubens. In der erlösten Beziehung der Menschheit zu Gott als ihrem Schöpfer findet sie ihre eigene Einheit. Die christliche Heilsbotschaft ist dabei an keine bestimmte politische oder kulturelle Ordnung gebunden. Sie wendet sich an den Menschen nicht als Glied seines Volkes und der heiligen Ordnung seiner Lebenswelt, sondern an den Menschen schlechthin. In unserer Zeit, in der wir die Einmaligkeit, Individualität und Würde des Einzelnen betonen, müssen wir als missionarische Kirche hier ansetzen und die Menschen motivieren, ihre persönliche Beziehung zu Gott ernst zu nehmen und zu vertiefen. Jeder Mensch soll zu seiner ganz persönlichen Beziehung zu Christus und seinem Evangelium finden.
Die frohe Botschaft, die wir auszurichten haben, lautet: Die Liebe Gottes ist in Jesus Christus in unüberbietbarer Weise ein für alle Mal sichtbar geworden. In ihm und durch ihn ist jedem Menschen der sichere Zugang eröffnet worden, am Leben Gottes teilzuhaben. Um das Heil in Christus anzunehmen, muss der Mensch eine tiefe und dauerhafte Bindung mit Jesus Christus eingehen und in seine Nachfolge eintreten. Die tiefe Erkenntnis seiner Person ist zwar ein Geschenk Gottes, doch muss die kirchliche Erzähl- und Zeugengemeinschaft die notwendige Voraussetzung dafür schaffen, dass Jesus Christus als Sohn des lebendigen Gottes erkannt und bekannt wird.
Wir haben als Kirche nicht uns selbst zu verkünden, sondern Jesus Christus. Menschen kommen zur Kirche, nicht um menschliche Weisheit zu erfahren, sondern die heilende und rettende Botschaft Jesu Christi zu hören. In dem Maße, wie es uns gelingt, auf Jesus Christus zu zeigen, ihn hörbar und erfahrbar zu machen, werden Menschen die lebendige Gegenwart Gottes gerade auch in der Kirche spüren können. Wenn Menschen in Verbindung mit Gott kommen, in die Freundschaft mit Jesus Christus hineinwachsen, wächst auch eine neue Verbundenheit untereinander und damit die lebendige Kirche. Solche Gottverbundenheit schafft Kirchenbindung – ohne Kirchenbindung wächst die Kirche nicht. Was aber nicht wächst, wird langsam schrumpfen und letztendlich sterben.
Nur Christus kann den gemeinsamen Weg in die Zukunft zeigen. Die integrierende Kraft der Kirche und in der Kirche kommt allein aus dem gemeinsamen Blick auf Christus, auf die rettende und erlösende Liebe Gottes. Aus ihr allein lässt sich ein Wandel in der Kirche gestalten, der zum Ziel hat, den Glauben zu vertiefen und die Schönheit der ganzen Botschaft des Evangeliums von Neuem wertzuschätzen. Es gilt, alles von Jesus Christus her zu erneuern (vgl. Röm 12,2; Offb 21,5). Das ist die wahre Erneuerung der Kirche.
Angesichts der Aufgabe, das Evangelium weiterzugeben, kann es nicht um Schlagworte gehen oder darum, falsche Alternativen aufzumachen: Evangelisierung oder Entwicklungshilfe, Dialog oder Mission, Heil oder Wahrheit, Theorie oder Praxis und so weiter. Alles gehört in seiner Weise zum Ganzen der christlichen Heilszusage für die Menschen. Es geht heute auch nicht primär um Konzepte, Methoden oder Einzelheiten, sondern zuallererst um den zentralen Inhalt des christlichen Glaubens.
Wo dieser Inhalt nicht mehr einsichtig ist und deshalb die Gewissheit im Glauben fehlt, wachsen Gleichgültigkeit und daraus folgende Resignation. Daher ist die Grundvoraussetzung für eine permanente Evangelisierung eine neuerweckte Begeisterung für Gott, für den Gott, der sich konkret in Leben und Botschaft Jesu zeigt.
Ihre eigentliche Existenzberechtigung hat die Kirche dann, wenn sie als Ort des Heilshandelns Gottes erfahrbar wird. Wenn wir die Gottesfrage als alles entscheidende Frage unserer Zeit erkennen, dann lautet die Gewissensfrage der Kirche: Gelingt es uns, Jesus Christus in seiner ganzen Schönheit und Strahlkraft darzustellen, damit die Menschen Gott und Kirche zusammendenken können? Dies ist der einzige Weg, die Entfremdung der Menschen von der Kirche zu überwinden. Nur als deutlich erkennbarer Ort der Gegenwart Gottes unter den Menschen hat die Kirche eine bleibende und unverzichtbare Stellung im Heilsplan Gottes für die Menschheit.
7. Die Gottheit Jesu Christi und Gotteserfahrung
Das Bekenntnis zu der Gottheit Jesu Christi hat existenzielle Bedeutung für das Christsein. Weil er Gott ist, kann er Gnade und Wahrheit in die Welt bringen. „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ ( Joh 1,18) Weil Jesus Gott ist, ist er das Leben in Fülle und sein Leben ist das Licht der Menschen. In dem wir Jesus als den Sohn Gottes bekennen und in uns aufnehmen, können wir das Licht Christi annehmen. Nur mit dem Licht Christi kann die Finsternis in unseren Herzen vertrieben werden und wir werden so selbst Licht; denn dies ist unsere Berufung: Licht zu werden.[11]Wie die Sonne ihr Licht ausstrahlt und der Mond das Licht der Sonne reflektiert, leuchten auch wir nicht aus eigener Kraft, sondern strahlen das Licht Jesu Christi wider. Diese lunare Haltung ist uns als Gabe und Aufgabe anvertraut, der Kirche als Ganze wie jedem einzelnen Christen.
So bezeugt die Heilige Schrift:
„In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.(…)
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. (…)
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ (Joh 1,..)
Die Gottessohnschaft ist die Gabe an uns Menschen, durch und in Christus Kinder Gottes zu werden. Als Kinder Gottes sind wir alle Brüder und Schwestern. Diese Gotteskindschaft ist die Grundlage für die universale Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft aller Menschen untereinander.[12] Dies zu bezeugen ist die Berufung einzelner Christen und der Kirche insgesamt. So strahlen wir die Herrlichkeit des einzigen Sohnes des Vaters voll Gnade und Wahrheit aus (vgl. Joh 1,14f.).
Die alles bestimmende Grundlage unserer Gotteserfahrung hängt von unserem gläubigen Bekenntnis zur Gottheit Jesu Christi ab. Durch ihn und in ihm erfahren wir Gott: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“ (Joh 14,9). In Jesus Christus erkennen wir den wahren Gott. Nur weil Jesus Christus der wahre Gott ist, können wir in ihm und durch ihn den wahren Gott lieben und verherrlichen.
Stets aktuell also bleibt die Frage.: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16,15)
Wer wie Simon Petrus in gläubiger und mutiger Überzeugung voll Freude antwortet: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,16), stellt Gott selbst ins Zentrum – und findet in ihm Ursprung, Mitte und Ziel allen Lebens.
[1] DH 125.
[2] Vgl. DH 302.
[3] Vgl. K. Rahner, Chalkedon – Ende oder Anfang? In: A. Grillmeier, H. Bacht (Hg.): Das Konzil von Chalkedon. Bd. 3, Würzburg 1954, S. 3–49.
[4] W. Kasper, Jesus Christus – das Heil der Welt (WKGS 9), Freiburg i.Br. 2016, 414.
[5] Vgl. zum Folgenden ausführlich George Augustin, Aufbruch in der Kirche mit Papst Franziskus. Ermutigungen aus dem Apostolischen Schreiben „Die Freude des Evangeliums“, Stuttgart 2015, 85–103; Ders., Die Heilsuniversalität Christi und die Herausforderung des Christusbekenntnisses, in: Ders. u. a. (Hg.), Mein Herr und mein Gott. Christus bekennen und verkünden (FS Walter Kasper), Freiburg i. Br. 2013, 628–646.
[6] W. Kasper, Jesus der Christus (WKGS 3), Freiburg i. Br. 2007, 245.
[7] Vgl. dazu G. Augustin, Ich bin eine Mission. Schritte der Evangelisierung, Ostfildern 2018.
[8] Vgl. G. Augustin, Gott eint – trennt Christus? Die Einmaligkeit und Universalität Jesu Christi als Grundlage einer christlichen Theologie der Religionen ausgehend vom Ansatz Wolfhart Pannenbergs, Paderborn 1993, 234 – 239.
[9] Vgl. G. Augustin, Teilhabe am Leben Gottes, in: Ders., K. Krämer, Gott denken und bezeugen, Freiburg i. Br. 2008, 418–436.
[10] H. U. v. Balthasar, Herrlichkeit. Eine theologische Ästhetik. Bd. I. Schau der Gestalt. Einsiedeln, 31988, 518.
[11] Dieses johanneische Motiv des Lichts greift das Konzil von Nicäa auf, vgl. DH 125 und findet ebenfalls Aufnahme in der Osterliturgie.
[12] Vgl. G. Augustin, Vaterschaft Gottes und Gotteskindschaft des Menschen. Spirituelle Ressourcen zum Gelingen universaler Geschwisterlichkeit, in: W. Kasper, G. Augustin (Hg.), Soziale Freundschaft. Auf dem Weg zu einer geschwisterlichen Weltordnung nach der Enzyklika „Fratelli Tutti“ von Papst Franziskus, Ostfildern 2021, 59–73.